Kinästhetik-Implementierung im SMZ-Sophienspital

Das Sozialmedizinische Zentrum Sophienspital umfasst neben einer Sonderkrankenanstalt für innere Medizin auch ein Pflegeheim und das Tageszentrum 'Ingrid Leodolter' des Fonds Sozialen Wien. Es ist auf die Behandlung und Pflege akuterkrankter, betagter Menschen spezialisiert. (Hausbroschüre)

Für die Kinästhetik-Schulung der MitarbeiterInnen werden seit 2001 regelmäßig Grund- und Aufbaukurse angeboten. An diesen Fortbildungen nehmen Pflegepersonen, PhysiotherapeutInnen, ErgotherapeutInnen und ÄrztInnen teil. Im Sophienspital haben ca. 90% des Pflegepersonals MH-Kinaesthetics Grundkurse und ca. 60% MH-Kinaesthetics Aufbaukurse besucht. Auf allen Stationen unterstützen Zertifizierte AnwenderInnen (ZAKs), den Lernprozess der KollegInnen in der Praxis. 

 

Die eigene Bewegung ist der Kernprozess von Gesundheit und Lernen auf allen Ebenen. Jede Aktivität - beispielsweise Atmen, Essen, Trinken, Verdauen, Kreislauf, Lymphtransport, Kommunikation, ebenso Liegen, Sitzen, Aufstehen, sich im Raum fortbewegen - ist durch eigene Bewegung gestaltet. Bei Krankheit oder eingeschränkter Mobilität sind diese Aktivitäten beeinträchtigt. Darunter leiden unsere Gesundheit, unser Empfinden für Gesundheit und unser Selbstbild, weil sie durch die Qualität der eigenen Bewegung bestimmt sind.

Professionelle Pflege, Betreuung und Therapie geschieht immer und überall da, wo sich unterstützungsbedürftige Menschen und Fachpersonen im Gesundheitswesen begegnen.

Kinaesthetics dient der Absicht, dass sich Menschen human und respektvoll begegnen. Für die professionelle Pflege, Betreuung, Therapie bedeutet es, dass Menschen trotz Einschrrränkungen durch Krankheit, Verletzung, körperliche oder geistige Behinderungen weiterhin die Qualität ihres Lebens - Gesundheit und Lernen - durch eigene Bewegung gestalten und weiterentwickeln können.

Die Fachpersonen im Gesundheitswesen entwickeln durch Kinaesthetics:

  1. eine hohe Empfindung für ihre eigene Bewegung und für die Bewegung der unterstützungsbedürftigen Menschen, die sie in ihren alltäglichen Aktivitäten respektvoll begleiten
  2. das Verständnis über die Notwendigkeit der wirkungsvollen eigenen Bewegung für Gesundheit und Lernen bei sich selbst und bei den Menschen, die sie unterstützen
  3. die Fähigkeit, Menschen in unterschiedlichen Positionen so zu unterstützen, dass sie sich selbst immer ein wenig bewegen und damit ihre Muskelspannung und ihre Gewichtsorganisation in der Position selbst anpassen können
  4. eine Art und Weise, unterstützungsbedürftige Menschen bei Fortbewegungsaktivitäten im Bett oder aus dem Bettt heraus zu unterstützen, ohne sie zu heben oder sich selber zu verletzen, so dass sie sich aktiv und wirkungsvoll mitbewegen
  5. die Fähigkeit, Menschen dabei zu unterstützen, Atmung Kreislauf. Lymphtransport und Verdauen durch wikrungsvolle Eigenbewegung positiv zu steuern
  6. Möglichkeiten, schwierige Fortbewegungsporzesse mit Patienten, Bewohnern, Klienten alleine statt zu zweit zu begleiten oder zu unterstützen

 

Quelle: vgl. Maietta, L.; Hatch, F.: Maietta-Hatch Kinaesthetics für Berufe im Gesundheitswesen. Grundkurs-Protokollheft. 1. Auflage 2012 ISBN 0-9823433-9-6 

 Genesungsprozesse werden beschleunigt, wenn Menschen mit beschränkten Bewegungsmöglichkeiten in ihrem Tun so unterstützt werden, daß sie diese Mit weniger Schmerzen und mehr Kontrolle ihrer täglichen Aktivitäten ausführen können. Das Gesundheitsgefühl und die Motivation bei diesen Menschen wird steigen, wenn sie entdecken, dass sie die Bewegung bei ihren täglichen Aktivitäten mit mehr Leichtigkeit gestalten können. Der Aufbaukurs MH Kinaesthetics für Berufe im Gesundheitswesen bildet den Rahmen und die Erfahrungen, um diese Wirkungen bewusst zu unterstützen.

Wie geschieht und wie wirkt das Lernen im Aufbaukurs?

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen bewegungsbasierte Probleme aus der Praxis der TeilnehmerInnen. In Lernprozessen (allein, mit Partnern und in Gruppen) lernen die TeilnehmerInnen, das MH-Kinaesthetics Lernmodell als Werkzeug zu nutzen, um für schwierige Arbeitszustände und die dazugehörigen Alltagsaktivitäten Problemlösungsstrategien zu entwickeln.

MH-Kinaesthetics Aufbaukurse leiten einen Lernprozess an, um das MH-Kinaesthetics Konzeptraster als Analyse- und Dokumentationsinstrument kennenzulernen. Damit können die Teilnehmerinnen

  1. die Wirksamkeit Ihrer Unterstützung einer Zielperson in Aktivitäten überprüfen und anpassen
  2. die Bewegungsfähigkeiten der Zielperson für bestimmte Aktivitäten systematische erfassen
  3. die Betreuung anhand der Kinaesthetics Konzepte dokumentieren, für die Pflegeplanung und für die Teamarbeit nutzen

 

Quelle: vgl. Hatch, F.; Maietta, L.: Maietta-Hatch Kinaesthetics für Berufe im Gesundheitswesen. Aufbaukurs Protokollheft. Seite 5, 2. Auflage 2009 ISBN: 0-9823433-2-9

Auf sämtlichen Stationen des SMZ-Sophienspital wird die Praxisbegleitung und Implementierung der Kinästhetik von zertifizierten MH-Kinaesthetics AnwenderInnen unterstützt, die die KollegInnen und SchülerInnen begleiten.  2013 absolvierten drei weitere Kolleginnen die Ausbildung zur Zertifizierten Anwenderin (= ZAK). Bei der Abschlussveranstaltung am 20.12.2013 in der Rudolfstiftung war auch Kinästhetik-Begründerin Lenny Maietta anwesend.
 

 

Der Zertifizierungskurs ist der dritte Schritt im MH Kinaesthetics Anwender Programm. Im Zentrum stehen die wissenschaftlichen Grundlagen von Kinaesthetics. Kinaesthetics mit seinem Fokus auf Bewegung bietet neue Möglichkeiten für die Gestaltung von Lernprozessen an. Zertifizierungskurse leiten einen Lernprozess an, um

  1. das Lernen aus der Sicht der Verhaltenskybernetik besser zu verstehen und als Rahmen für Begleutungsprzesse (z.B. Praxisbegleitung von SchülerInnen und KollegInnen) einsetzen zu können
  2. zu lernen, das Kinaesthetics Lernmodell als "Gerüst" und den Kinaesthetics Lernporzess als Instrument und zur Dokumentation in Begleitungsprozessen mit KollegInnen nutzen zu können
  3. das eigene Bewegungsrepertoire, die Bewegungsfähigkeit sowie Handlingfähigkeit zu erweitern, um zu ermöglichen, dass KollegInnen in der Praxis die Wirkung ihrer Bewegung und ihres Handlings von Betroffenen über Erfahurng verstehen und anpassen können
  4. das Kinaesthetics Konzeptsystem differenzierter zu verstehen, um das Konzeptraster als ein Werkzeug für Dokumentation nutzen zu können

 

Quelle: vgl. Hatch, F.; Maietta, L.: Maietta-Hatch Kinaesthetics für Berufe im Gesundheitswesen. Zertifizierungskurs - Protokollheft. 2. provisorische Auflage 2011 ISBN: 09789225-0-6

 

Zielgruppe: dieses Angebot ist für alle MitarbeiterInnen, die in den Bereichen Hauswirtschaft, Küche, Reinigung, Technischer Dienst arbeiten.

Seminarinhalte: 

  1. Die TeilnehmerInnen lernen ihre spezifischen Arbeitsaktivitäten mit weniger Anstrengung zu gestalten
  2. Der Kraftaufwand beim Heben, Bewegen und Tragen von leichten und schweren Gegenständen wird reduziert. Mehrmals wiederholende, einseitige Bewegungen werden analysiert und angepasst
  3. Diese erlernten Fähigkeiten wirken positiv auf Ihre Gesundheit im privaten und beruflichen Alltag
  4. Die Besonderheit ist, das vorab eine Analyse der Arbeitsplätze und der Aktivitäten erstellt wird, damit das Seminar sehr praxisnah ist und sich am Bedarf der TeilnehmerInnen orientiert.

 

 

 
 

 

"Trotz Veränderungen, motiviert und gesund am Ball bleiben“, war das Thema, das die Pflegedirektorin Gabriela Miffek des Sozialmedizinisches Zentrum Sophienspital, Wien als Kontext in das Führungsseminar am 29. und 30. Januar 2014 eingebracht hat.

Alle Teilnehmer/innen analysierten ihre persönlichen aktuellen Führungsthemen anhand verschiedener Werkzeuge von MH Kinaesthetics und systemischen Organisationsentwicklung und erarbeiteten kompetenzfokussierende Lösungsmöglichkeiten.

Das Seminar wurde moderiert von Carmen Steinmetz-Ehrt und Ulrike Resch-Kröll, Leitungen des Fachbereichs Organisationsentwicklung der MH Kinaesthetics Länderorganisationen DE und AT.

 

 

 

 

 

Maietta-Hatch Kinaesthetics Auszeichnung (2011)

Der Entschluss MH Kinaesthetics zur Gesundheitsförderung im SMZ Sophienspital einzuführen wurde 2001 gefasst. Seither werden im SMZ Sophienspital MH Kinaesthetics Grund- und Aufbaukurse angeboten. Ausgangspunkt waren gehäufte Krankenstände und gesundheitliche Beschwerden der MitarbeiterInnen am Stütz- und Bewegungsapparat. So wurde nach einer präventiven Maßnahme gesucht, den MitarbeiterInnen eine gesundheitsfördernde Alternative bei Pflegeaktivitäten anzubieten.

Mit Stand 2009 hatten 87% der MitarbeiterInnen einen Grundkurs und 36% der MitarbeiterInnen einen Aufbaukurs mit MH Kinaesthetics absolviert. Derzeit haben 90% der MitarbeiterInnen einen Grund- und knapp 60% einen Aufbaukurs, 100% sind aufgrund der jährlichen Mitarbeiterfluktuation nicht zu erreichen. Auch in Zukunft werden ein bis zwei Grund- und Aufbaukurse im Rahmen der innerbetrieblichen Fortbildung im SMZ Sozphienspital angeboten.

Um die Nachhaltigkeit von MH Kinaesthetics auf den Stationen zu gewährleisten wurden zehn MitarbeiterInnen zum/zur zertifizierten AnwenderIn Kinaesthetics (ZAK)ausgebildet. Sie stehen den KollegInnen vor Ort für Beratung und Begleitung zur Verfügung. Weitere sechs ZAK`s werden heuer ausgebildet.

Nach Jahren der Vorbereitung und Schulung bestanden alle Stationen das MH Kinaesthetics-Audit im November 2010. Am 3. Februar 2011 fand die lang geplante und ersehnte Auszeichnungsfeier statt. Wir durften „unsere“ MH Kinaestheticstrainerin Frau Krabbe, die Auditorinnen, Frau Resch-Kröll und viele andere liebe Gäste bei uns begrüßen. Die Begründer von Kinaesthetics, Dr. Lenny Maietta und Dr. Frank Hatch reisten zur Verleihung an. Frau Dir. Miffek führte durch ein ebenso vielseitiges wie unterhaltsames Programm. In Festreden und sehr ansprechenden Kurzfilmen wurde MH Kinaesthetics – ein Bildungssystem für Gesundheit und lernen anschaulich erklärt. 
Ein weiterführendes Projekt, die Analyse des Sturzgeschehens von Seiten der Pflege, das sich durch seine Schnelligkeit und Gefährlichkeit normalerweise nicht für Untersuchungen anbietet, wurde vorgestellt. 

Anschließend wurden die MH Kinaesthetics-Zertifikate durch die Begründer von Kinaesthetics an die Stationsleitungen überreicht. In Anerkennung ihrer Verdienste bekamen auch die Pflegedirektorin, der Verwaltungsdirektor und Frau Krabbe je eine Urkunde. 


Die Programme von MH Kinaesthetics sollen auch in Zukunft weiter verfolgt und auf andere Berufsgruppen ausgedehnt werden. 

. . . . erzählt von der zertifizierten MH-Kinaesthetics Anwenderin Senada Pantelic:

Frau M., Jahrgang 1929

Aufnahmesituation:

  1. Status nach Sturz
  2. Patellafraktur links; Gipshülse oberschenkellang für 6 Wochen
  3. Zerrung des rechten Sprunggelenks
  4. Hemiparese des rechten Beines seit der Kindheit bei Zustand nach Poliomyelitis
  5. Adipositas
  6. Diabetes mellitus Typ II

Rehabilitations-Ziel:

  1. Kräftigung beider unterer Extremitäten
  2. Selbständigkeit bei den Transfers
  3. Wiedererlangen der selbständigen Mobilität mit adäquatem Gehbehelf
  4. Wohlbefinden

Frau M. wird aufgrund ihrer vielfältigen Einschränkungen zunächst hauptsächlich von der Physiotherapeutin aus dem Bett mobilisiert, woebei es wiederholt zu Differenzen kommt, da die Patientin die Bewegungsaufträge der Therapeutin nicht umsetzen möchte, sondern ihrerseits Vorschläge macht, wie sie sich bewegen möchte, was wiederum die Therapeutin mit ihrem Bewegungsverständnis nicht vereinbaren kann.

Nach ca. 2 Wochen ihres stationären Aufenthaltes war ich das erste Mal bei Frau M.: Die Patientin gab im Gespräch an, sich zum Teil nicht ernst genommen zu fühlen, sie habe das Gefühl, ihre lebenslange Erfahrung mit ihrer Bewegungseinschränkung aufgrund der Polio "zählt nicht". Nachdem ich ihr zugehört hatte und ihre Bewegungsmuster berücksichtigte, konnte ich auch meine Erfahrungen einbringen. An meinem 2. Tag habe ich mit der Patientin über ihre Mobilität vor dem Stürz bzw nach dem Sturz gesprochen. Ich habe sie aufgefordert, mir ihre Bewegungsabläufe zu beschreiben, und sie gebeten, ihren Körper bewusst wahrzunehmen und zu beschreiben:

  1. die einzelnen Bewegungsschritte beim Aufsetzen im Bett / beim Drehen auf die Seite / beim Querbett-setzen / beim Aufstehen
  2. welche Hilfsmittel sie benötigt
  3. wie sie ihre Umgebung gestaltet

Ich habe danach die Patientin beobachtet, wie sie im Bett ihre Bewegungen fühlte, sie langsam und bewusst durchführte; und dabei wirkte sie sehr glücklich.

Immer wenn ich Dienst hatte, habe ich gezielt Frau M. übernommen; ich wollte ihr Vertrauen gewinnen, was mir auch gelungen ist. Wir haben viel über ihre Mobilität gesprochen. Ich erzählte ihr von meiner Kinästhetik-Ausbildung (Zertifizierungskurs), und bat sie, mir ihre Bewegungsabläufe aufzuschreiben - was sie spürt - wie die Umgebung gestaltet wird - welche Handgriffe notwendig sind, um ins Querbett zu kommen bzw. einen Transfer durchzuführen, ...

Frau M. war von dieser Idee sichtlich begeistert und bat sofort um Stift und Papier. Dann beschäftigte sie sich eine Woche lang sehr bewusst mit ihrem Körper, hat alles aufgeschrieben und detailiert aufgezeichnet. Im Anschluss hat Frau M. mir ihre Bewegungsabläufe Schritt für Schritt gezeigt, jedes kleine Detail war ihr wichtig. Bei der gemeinsamen Arbeit mit der Patientin musste auch ich täglich neue Bewegungsmuster erlernen. Dieser Prozess dauerte ungeföhr noch einmal eine Woche; danach war Frau M. mobil, konnte sich selbständig ins Querbett setzen, auf den Leibstuhl, mit Rollator und auch mit 2 Krücken gehen.

 

TRANSKRIPTION der handschriftlichen Ausführungen/Erläuterungen von Frau M.:

[Seite1] 

Ich halte es für sehr wichtig bei Patienten festzustellen ob der gegebene Zustand erstmalig ist oder ob er z.B. schon mehrere Brüche erlitten hat. Dann halte ich es für wichtig dem Patienten aufmerksam zuzuhören und ihm Interesse zu zeigen. Und dann im freundlichen Gespräch zu fragen, wie er diese Schwierigkeiten in den Griff bekommen hat. Dem Patienten sagen, dass er sicher so seine Erfahrungen, Erfolge und Misserfolge erlebt hat. Zeigen Sie Verständnis und Interesse. Lassen Sie sich so manche Handgriffe zeigen, die dem Pat. wirklich zu einigen (wenn auch kleinen) Erfolgen geholfen haben. Der Pat. fühlt sich ernst genommen und seine Seele wird sich beruhigen (sehr wichtig für die Genesung).Wenn Ihnen der Patient seine Handgriffe zeigt, die ihm geholfen haben, können Sie langsam + sanft und nicht befehlend ihre Hilfestellung und Erfolgsmöglichkeiten einbringen. Ein freundliches Lächeln, ein freundlicher Blick wirken Wunder und machen glücklich. Der Patient fühlt sich angenommen und verstanden.

[Seite 2] 

Ich kann nicht vom Bett aufstehen!
Das Bett in eine gewisse Höhe einstellen.
Der Patient stellt die Füsse auf den Boden
Stellung (…? li-re-vo-hinten?)
schiebt den Rollator so weit wie möglich unters Bett – greift mit den Händen nach vorne auf die Haltegriffe und richtet seinen Körper in aufrechte Haltung und jetzt steht man – bewusst – auf … und nun kann man kleine Schritte versuchen. Für alle FÄLLE am Anfang Rollwagerl nicht vergessen.
Wieder ins Bett: (Zeichnung)
Bett etwas senken
Rollstuhl beim Fußende abstellen, Rollator nahe davor stellen.
Mit beiden Händen die Griffe des Rollators ergreifen – nach vorne gebeugt zum Stehen kommen.
Mit dem Rollator Schritte Richtung Kopfende machen (etwas weiter als zur Mitte), dann umdrehen und so nahe zum Bett bewegen, dass die Füße dieses berühren und nun kann man sich wieder auf das Bett setzen.

[Seite 3]

Wenn man das Zimmerklo benützen kann ist es für die Pflegepersonen und den Patienten eine große Erleichterung. Unterschätzen Sie nicht was für eine Leistung das für einen Patienten auf dem Weg der Genesung ist (loben, Hoffnung machen).
Dazu sind einige Dinge zu beachten. Die Räder am Leibstuhl müssen gebremst sein und der Kübel untergeschoben (sonst gibt es eine kleinere Katastrophe). Der Pat. soll nicht mit den nackten Füßen oder Socken auf den Boden steigen (Rutschgefahr). Wenn möglich die Betthöhe im Verhältnis zur Körpergröße so einstellen, dass die Füße den Boden berühren und der Po des Patienten zur Hälfte am Bettrand sitzt. Die Hände ergreifen die Handgriffe des Rollators – den Oberkörper nach vorne neigen – Gewicht verlagern, indem man den Po vom Bett hochhebt + die Knie durchstreckt und sie STEHEN!
Nun muss man auf den Rollator gestützt sich drehen durch kleine Schrittchen, den Rücken (den Po) vor das Klo (=  Leibstuhl) stellen und sich darauf niedersetzen. Wenn möglich nicht ganz nach hinten. Da kann es Schwierigkeiten beim Aufstehen geben. Wenn die Sitzung

[Seite 4]

[3 Zeichnungen]

[Seite 5]

Wenn die Sitzung etwas länger dauert, klebt die Oberschenkelhaut am Klorand und erschwert das Aufstehen.
Nun muss der Pat. mit einer Hand nach dem Klogriff (=Armlehne vom LS) greifen und mit der 2.Hand am Rollatorgriff bleiben (wegen der Stützung). Man kann aber auch mit beiden Händen die Klogriffe anfassen.
Das WIE kommt auf den Patienten an.
Im Anfangsstadium ist es notwendig, dass li + re die Helfer mit einem stützenden Griff unter die Achseln dem Pat. Sicherheit vermitteln.
Wenn der Stuhlgang beendet ist empfiehlt es sich den Kübel rauszuziehen und den Po von unten zu reinigen. Den Pat. stehend zu reinigen – dazu wird der Pat. anfangs nicht fähig sein.
Nach der körperlichen Reinigung greift der Patient wieder nach dem Rollator Richtung Bett. Wenn möglich dieses etwas niedriger stellen (zum Aufstehen HOCH, zum Niedersetzen TIEFER)
Der Pat. setzt sich auf das Bett, Schuhe ausziehen und ein Helfer nimmt beide Füße und dreht  (oder legt) sie gekonnt ins Bett.
Ein Lächeln und die Frage … „liegen Sie gut?“
Ich habe erlebt, dass man genau diese letzte Hilfe einer 90jährigen nicht gegeben hat. Die Patientin hatte darum gebeten – und die Antwort der Schwester war: “UND WOS MOCHNS DAHAM???2

 

Maietta-Hatch Kinaesthetics RE-Auszeichnung (2014)

 

 

Als das Sophienspital im Februar 2011 als erste Organisation Wiens eine MH Kinaesthetics Auszeichnung erhielt, war allen Beteiligten bewusst, das dieses Zertifikat zeitlich befristet ist. Im Abstand von 2-3 Jahren führt das Qualitätsmanagement von MH Kinaesthetics ein Audit durch, das darüber entscheidet, ob ein Haus die qualitativen Kriterien erfüllt, und das Zertifikat erneuert werden kann. Am 23./24. Mai war es wieder soweit: Allen Stationen wurde im Rahmen eines Audits von VertreterInnen des MH Kinaesthetics Instituts ein Besuch abgestattet.
Die AuditorInnen führten mit den diensthabenden MitarbeiterInnen Gespräche, analysierten Praxissituationen und führten Lernaktivitäten durch. Als AuditorInnen waren Dr. Frank Hatch, der Begründer des Handlungskonzepts, sowie Ulrike Resch-Kröll und Carmen Steinmetz-Ehrt, die Vorsitzenden der Länderorganisationen von MH-Kinaesthetics in Deutschland und Österreich gekommen.
Bei der Vorstellung von Fallbeispielen wurde die Pflege-Dokumentation (Pflegediagnose „Körperliche Mobilität beeinträchtigt iVm Kinästhetik“) einbezogen. Die Fähigkeiten der MitarbeiterInnen hinsichtlich Analyse & Dokumentation beeindruckten die Auditoren.
Die feierliche Übergabe der Wiederauszeichnung fand im Mehrzweckraum statt. Nach den Festansprachen der KAV-Oberinnen Gabriele Thür und Erika Degendorfer aus der KAV-Generaldirektion und einem Vortrag von Frau Ulrike Resch-Kröll gab die langjährige MH-Kinaesthetics Trainerin des SOP Heike Krabbe mit Hinblick auf die Leistungsverlagerung das Credo aus: „Mit dem Wissen ist es wie mit der Liebe – es wird mehr, wenn man es teilt.“ Sie verlieh damit der Zuversicht Ausdruck, dass die „neuen“ Häuser vom Kinästhetik Know-how, das sich die Teams des SOP über die Jahre erarbeitet haben, profitieren werden, und der Lernprozess in diesen Organisationen weiterlebt.
Im Anschluss an die Gastvorträge präsentierten die zertifizierten MH-Kinaesthetics-AnwenderInnen (ZAKs) die thematischen Schwerpunkte, die sie mit ihren Teams bearbeitet hatten. Darunter waren Beiträge zu Fortbewegungs-Aktivitäten wie Kopfwärts-Bewegen im Bett (DGKS Slavica Kararic), Transfers mit dem Rutschbrett (DGKS Barbara Küstner), Aufsetzen ins Querbett (DGKS Isabella Wannermayer), Positionierung für Bewegung-am-Ort Aktivitäten (DGKS Karin Bila) bzw. Fachthemen wie Schmerz (DGKP Johannes Aigner), Hemiparese (PH Gastere Danaj), Rigor (PH Spomenka Puljic) und Sterbeprozess (DGKS Christine Leher).
Die interdisziplinäre Dimension der Kinästhetik-Implementierung wurde anhand mehrerer Referate aus der Kurzzeitpflege greifbar, die von DGKS Karin Harnacker, PT Claudia Manhart und OA Dr. Wilhelmine Haas gehalten wurden. DGKS Bojana Zujevic machte in ihrem Beitrag die vielfältige Bedeutung der aktiven Nutzung der unteren Extremitäten trotz Bettlägerigkeit deutlich und ein Fallbeispiel von DGKS Senada Pantelic gewährte aufschlussreiche Einblicke in die Bewegungsanalyse-Kompetenz einer Patientin.
Die bewegungsbezogene Pflegedokumentation, die Protokollierung des Lernprozesses von MitarbeiterInnen/Auszubildenden und der „manuellen Dienstübergaben“ wurden in Form des Sketches „Dokumentations-Kontrolle“ von STL Karin Schlachtner und DGKS Luise Haidl präsentiert. Posterpräsentationen der „neuen“ ZAKs (Ausbildung 2013) rundeten das Angebot ab. Im Anschluss gab es eine Überraschung: Ein Dankeschön in Form einer Preisverleihung. Drei „Sophienspital-Awards“ wurden an Frau Dir. Gabriela Miffek (Kategorie Management), Frau Heike Krabbe (Kategorie Lehre) und an Dr. Frank Hatch und Dr. Lenny Maietta (Kategorie Lebenswerk) überreicht.
Danach überreichten Dr. Frank Hatch und Fr. Carmen Steinmetz-Ehrt die Zertifikate an die Stationsleitungen. Auch hierbei gab es eine Besonderheit: alle beteiligten MitarbeiterInnen erhielten einen Qualifizierungsnachweis, der ihre praktische MH Kinaesthetics Anwenderkompetenz und ihre aktive Teilnahme am Implementierungs-Prozess bestätigt. Bei einem Buffet fand die Wiederauszeichnung ihren geselligen Abschluss.

 

 

"Bewegt in die Zukunft"

 

 

 

Programm der RE-Auszeichnungs-Feier

 (durch Anklicken öffnen Sie Video-Mitschnitte der Vorträge)

 

 

Musik:

LIVE MUSIC NOW, "N. PAGANINI "POLACCA"

Begrüßung:

Fr. Oberin Gabriela Miffek

Festansprache:

Fr. Oberin Erika Degendorfer, GB Pflegemanagement

Fr. Oberin Gabriele Thür MBA, TU-PWH/GZ

 Musik:

LIVE MUSIC NOW, "MANHA DE CARNAVAL"

Vorträge:

Leiterin MH-Kinaesthetics-Institut Österreich/Italien Fr. Ulrike Resch-Kröll MBA

MH-Kinaesthetics-Trainerin Fr. DGKS Heike Krabbe

 

Berichte der Stationen - Moderation DGKP Hr. Manuel Roier:

 

A-Ost:

Fr. STLV Bojana Zujevic (Posterpräsentation)

A-West:

Hr. DGKP Johannes Aigner

Station B:

Fr. STLV DGKS Slavica Kararic

C-Ost:

Fr. PH Gastere Danaj

C-West:

Fr. PH Spomenka Puljic

D-Ost:

Fr. STLV DGKS Karin Bila

D-West:

Fr. DGKS Barbara Küstner

Station E:

Fr. OA Dr. Wilhelmine Haas

Fr. PT Claudia Manhart

Fr. DGKS Karin Harnacker

Station G:

Fr. STLV DGKS Christine Leher

Fr. DGKS Isabella Wannermayer (Posterpräsentation)

Station F:

Fr. STL DGKS Karin Schlachter

Fr. DGKS Luise Haidl

Fr. DGKS Senada Pantelic   (Posterpräsentation / Fallbeispiel)

 

Überreichung "SOPHIENSPITAL-AWARDS" 

 

Musik:

LIVE MUSIC NOW, C. King "YOU'VE GOT A FRIEND"

 

Zertifikatsüberreichung durch den Begründer der MH Kinaesthetics:

Hr. Dr. Frank Hatch, USA

Auditorin:

Fr. Carmen Steinmetz-Ehrt, Deutschland

 

Musik: 

LIVE MUSIC NOW, V. MONTI "CARDAS"

 

 Kleiner Imbiss

 

 

Akutgeriatrie

Station A-Ost

STLV DGKS Bojana Zujevic

Station A-West

DGKP Johannes Aigner

 

Kurzzeitpflege

Station E

PH Eva Krapfenbauer

DGKP Toumi Tahar

DGKS Karin Harnacker

 

Langzeitpflege

Station B

STLV DGKS Slavica Kararic

Station C-Ost

PH Gastere Danaj

Station C-West

PH Spomenka Puljic

Station D-Ost

STLV DGKS Karin Bila

DGKP Manuel Roier

Station D-West

DGKS Barbara Küstner

 

Rehabilitation

Station F

DGKS Aloisia Haidl

DGKS Senada Pantelic

Station G

STL DGKS Rosa Krammer

STLV DGKS Christine Leher

DGKS Isabella Wannermeier

 

MH-Kinaesthetics-TrainerInnen

Heike Krabbe

Manuel Roier

MH-Kinaesthetics-AuditorInnen

Dr. Frank Hatch

Dr. Lenny Maietta

Ulrike Resch-Kröll

Carmen Steinmetz-Ehrt

MH-Kinaesthetics-Homepage

www.kinaesthetics.com

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